Sonntag, 13. Juni 2010

24h-lauf hochheim

mit 24h-veranstaltungen kenne ich mich ja nun schon aus, nachdem ich bereits in münchen beim 24h-schwimmen und am nürburgring beim 24h-radrennen am start war. nun folgte also an diesem wochenende der alle 3 jahre stattfindende 24h-lauf in hochheim. mir wurde im vorfeld ja schon versprochen, dass es stimmungstechnisch ein absolutes highlight werden wird, aber das ganze hat meine erwartungen noch mehr als übertroffen. aber beginnen wir von vorne...
schon der einmarsch der mannschaften war ein erlebnis. insgesamt waren 48 teams am start und diese wurden einzeln vorgestellt und ähnlich beim einmarsch der mannschaften bei olympia marschierten wir gestern auch nacheinander unter tosendem applaus der zuschauer ein. um 12 uhr ging es dann los. aufgrund mehrerer kurzfristiger absagen und einiger teaminterner umbesetzungen starteten wir nur mit 9 leuten, die leistungsmäßig ein breites spektrum abdeckten. unsere taktik sah wie folgt aus: die erste stunde wechselten wir im gesamten team durch und jeder lief nur eine runde (400m) und hatte danach kurz pause bis zum nächsten einsatz. ab der 2. stunde war jede gruppe innerhalb unseres teams (wir teilten uns in 3 gruppen mit je 3 läufern auf) eine stunde im einsatz, sodass die anderen beiden gruppen nach ihrem einsatz 2 stunden pause hatten. und das team, was gerade im einsatz war, wechselte dann alle 2 runden. nur in der nacht wurden die einsätze etwas verlängert. dort lief jede gruppe 2 stunden, sodass man zumindest mal 4 stunden am stück pause hatte. ab 6 uhr heute morgen wechselten wir dann wieder zum stundenweisen rhythmus zurück und die letzten beiden stunden liefen wir im gesamten team jeweils immer eine runde bis zum ende.
zu beginn lief es bei mir noch ziemlich gut aber mit zunehmender dauer nahmen die rundenzeit jedoch kontinuierlich ab. zwar konnte ich noch bis zum nachteinsatz meine geschwindigkeit zwischen 3:30min/km und 3:45min/km halten aber beim 2 stündigen nachteinsatz war ich dann bei ca. 4:20min/km. es wurde auch nach der kurzen nachtruhe (von 2-6 uhr hatte ich mit meiner gruppe pause) nicht besser. im gegenteil. alles schmerzte mittlerweile und die schritte wurden immer schwerer. und auch die müdigkeit hatte dem körper ziemlich stark zugesetzt. aber scheinbar erholte ich mich am morgen nochmal ein wenig denn die letzten einsätze von 9-12 uhr lief ich dann wieder deutlich unter 4min/km. insgesamt wurden wir am ende 28. und liefen 787 runden (314,80km). für mich persönlich stehen 86 runden (34,4km) zu buche. eigentlich nicht besonders viel kilometer in 24 stunden aber da man die ganze zeit am anschlag ist und auch in der nacht laufen muss, relativiert sich das etwas.

fazit:
gerade die stimmung in der letzten stunde entschädigte doch für die strapazen der 23 stunden zuvor (siehe foto unten: man kann die gasse, durch die man laufen musste, fast nur noch erahnen. es war wirklich so, dass die ganze runde mit zuschauern, die einen anfeuerten, voll war). da wurden selbst die schweren beine nochmal flott. eine 24h-veranstaltung ist eben immer eine ziemlich heftige angelegenheit, auch im team. aber ich kann diese veranstaltung, auch wenn ich mich derzeit kaum bewegen kann, allen ausdauersportlern nur weiter empfehlen. wenn ich nur an die ehrenrunde nach dem zielschluss durch das spalier von schier ausrastenden zuschauern denke, bekomme ich jetzt noch gänsehaut... und auch petrus hatte (bis auf einen kleinen schauer am samstag) ein einsehen mit uns. wir hatten fast alle wetterbedingungen (sonne, starker wind, der einige zelte wegblies, bedeckter himmel, regen) aber das wichtigste war, dass es überwiegend trocken blieb.


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